Vortragsveranstaltung am 20.02.2010 im Vollblutgestüt Rietberg
Der Begriff der „ Heritabilität“ (Vererbbarkeitsgrad) wurde definiert und anschaulich für das Merkmal Rennen sowohl in der Population des englischen als auch arabischen Vollblutpferden aufgezeigt. Dabei ließ sich ableiten, dass nur etwa 20% der Unterschiede in der Varianz des Merkmales genetisch bedingt sind, im Rückkehrschluss damit 80% umweltbedingt sind.
Folgerichtig beschäftigte sich der zweite Teil des Referates mit modernen Aufzuchtbedingungen. Dabei wurde deutlich gemacht, welch enormen Einfluss Fütterung und Haltung auf die spätere Leistungskarriere haben. Hinweise zur Rationsgestaltung, Düngung, Art und Größe der Weide fehlten dabei ebenso wenig wie die Gruppenzusammenstellung.
Den zweiten Vortrag hielt der Geschäftsführer und Zuchtleiter des VZAP, Herr Diethrich v. Kleist. Sein Thema war „ Leistungsprüfungen als Grundlage tierzüchterischer Arbeit.“ Zunächst stellte der Referent das Selektionsmodell der FN vor, welches in vorliegender Form heute mehr oder weniger von allen deutschen Warmblut Zuchtverbänden befolgt werden .Anschließend wurde auf die Situation hingewiesen, die heute in der Vollblutaraberzucht vorherrscht. Hier musste festgestellt werden, dass Selektion nur in sehr geringem Umfang erfolgt. Eine von Herrn v. Kleist danach geführte Diskussion führte jedoch dazu, dass die Anwesenden sich nach Gehörtem deutlich für höhere Selektionsgrenzen aussprachen.
Nach einem gemeinsamen Mittagesen wurde anschließend noch ein Rundgang über die Gestütshöfe angeboten, der jedoch bei stark einsetzendem Schneefällen nur stark verkürzt durchgeführt wurde. Während einige Interessierte danach heimfuhren, blieb ein Teil der Gäste jedoch noch biszum Abend und diskutierte im engeren Kreis das Gehörte mit dem Gestütsleiter.
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